Ökostrom Anbieter in Deutschland

21. Mai 2011

Bereits vor der Atomkatastrophe in Japan war die Nachfrage nach Ökostrom hoch, nach dem verheerenden Unfall im Atomkraftwerk in Fukushima in Japan jedoch wollen immer mehr Verbraucher auf Ökostrom umstellen. Durch Berichte in Presse und Fernsehen über Ökostrom Anbieter sind viele Verbraucher aber auch verunsichert und wissen nicht, welchen Anbieter sie wählen sollen und bei welchem Ökostrom Anbieter sie auch tatsächlich Ökostrom bekommen.

Welche Ökostrom Anbieter gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit fast 1.000 Anbieter von Ökostrom. Hierbei sollte man aber unterscheiden zwischen den konventionellen Stromanbietern, die auch Atomstrom anbieten und Ökostrom als Mix aus verschiedenen Stromarten in einem speziellen Ökostromtarif anbieten und solchen Anbietern, die reinen Ökostrom anbieten und auch zertifiziert sind. Bei einem Anbieterwechsel sollte man darauf achten, einen Anbieter mit einem der Ökostrom-Siegel zu wählen anstatt einen Anbieter, der lediglich RECS Zertifikate besitzt. Ökostrom-Zertifikate können von Anbietern von herkömmlichem Strom zugekauft werden, was bedeutet, dass Atom-Strom durch die gekauften Zertifikate auch als Ökostrom verkauft werden darf. Anbieter mit Ökostrom-Gütesiegel unterliegen strengeren Auflagen, obwohl es auch bei den Gütesiegeln Unterschiede gibt.

Worauf sollte man bei einem Wechsel zu Ökostrom achten?

Die TÜV-Zertifikate für Ökostrom Anbieter kann man unterscheiden in die Zertifikate des TÜV Nord und des TÜV Süd, die beide nach unterschiedlichen Kriterien Zertifikate vergeben. Der TÜV Nord zertifiziert nach einheitlichen Richtlinien, während der TÜV Süd vier unterschiedliche Ökostrom-Prüfkriterien festgelegt hat. Das ok-power Label ist strenger als die TÜV-Zertifikate, noch strengere Auflagen für Ökostrom gewährleistet das Grüner Strom Label.

Grundsätzlich muss man wissen, dass alle Stromanbieter, egal ob es sich um herkömmlichen Strom oder Ökostrom handelt, ihren Strom in das gleiche Stromnetz einspeisen. Das heißt, wer auf Ökostrom umstellt, darf nicht davon ausgehen, dass er „anderen“ Strom bekommt. Die Ökostrom-Anbieter beziehen ihren Strom allerdings aus alternativen Quellen und investieren in neue, alternative Energieanlagen, was langfristig dazu führt, dass immer mehr alternativer Ökostrom angeboten wird und durchs Stromnetz fließt.

Einige der bekannten Ökostrom-Anbieter sind zum Beispiel die Firmen Lichtblick, Naturstrom, Entega, Greenpeace-Energy, Secura Energie oder Wemio.

Da die Liste aller Ökostrom-Anbieter zu lang wäre, kann hier nur eine Auswahl einiger bekannter Ökostrom-Anbieter einen Überblick geben.

Lichtblick

Die Firma Lichtblick wirbt damit, zu 100% echten Ökostrom anzubieten. Dies wird garantiert durch Zertifizierung des TÜV Nord sowie das ok-power Label. Der in Hamburg ansässige Ökostrom- und Gasanbieter ist laut eigener Aussage mit über 600.000 Kunden Deutschlands größter von den etablierten Energiekonzernen unabhängiger Energieversorger. Der umweltfreundliche Strom von Lichtblick stammt zu 98% aus Wasserkraft und zu 2% aus Biomasse. Zusätzlich investiert Lichtblick in den Bau neuer Anlagen für regenerative Energie ohne Atomkraft und engagiert sich in weiteren Projekten für die Umwelt.

Naturstrom

Die Naturstrom AG aus Düsseldorf ist laut eigenen Aussagen der erste unabhängige Anbieter von Ökostrom. Naturstrom bezieht ihren Strom fast ausschließlich aus Wind- und Wasserkraftwerken in Deutschland und stärkt somit zusätzlich die Wirtschaft vor Ort. Naturstrom verwendet keine umstrittenen RECS-Zertifikate, sondern ist mit dem höchsten Siegel für Ökostrom Anbieter, dem Grüner Strom Label in Gold, ausgezeichnet.

Entega

Die Entega Vertrieb aus Darmstadt bietet ihren Kunden Ökostrom mit dem ok-power-Siegel. Der Kunde kann zwischen zwei unterschiedlichen Ökostrom-Tarifen den für sich pasenden wählen. Die Entega Vertrieb GmbH & Co. KG handelt ausschließlich mit Strom aus regenerativen Energien und verzichtet auf Atomstrom. Außerdem investiert die Muttergesellschaft der Entega, die HEAG (Südhessische Energie AG) in neue alternative und regenerative Stromversorgungsanlagen.

Greenpeace-Energy

Die Greenpeace-Energy eG setzt auf Windkraft als regenerative Energiequelle. Als Genossenschaft können die Verbraucher durch eine Mitgliedschaft Einfluss nehmen auf die Genossenschaftspolitik und somit aktiv etwas für die Umwelt tun. Etwa 20.000 Mitglieder und somit Eigentümer zählt die Greenpeace-Energy eG bereits. Die Greenpeace-Energy eG bietet nicht nur Ökostrom an, sondern lässt auch durch ihre eigene Tochtergesellschaft, die Planet energy GmbH, saubere Kraftwerke für regenerative Energie bauen.

Viele Verbraucher würden zwar gern Ökostrom beziehen, befürchten aber, dass Ökostrom teurer ist oder ein Wechsel zu einem Ökostrom Anbieter kompliziert. Man kann aber sagen, dass sich ein Vergleich zu den eigenen Tarifen anhand eines Strompreisrechners im Internet oder auf den Webseiten der Ökostrom-Anbieter auf jeden Fall lohnt. Oft ist der Ökostrom nicht oder nur sehr geringfügig teurer als der bisherige Strom. Wer sich bisher nicht mit Strompreisen befasst hat und vielleicht sowieso einen teuren Stromanbieter hat, kann mit einem Wechsel zu Ökostrom sogar wahrscheinlich noch Geld sparen. Vergleichen sollte man aber nicht nur die Preise der Anbieter, sondern auch deren Leistungen und deren Engagement für die Umwelt und für erneuerbare Energiequellen.

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