Welternährungstag 2010 – Welthunger und Ernährungssicherheit

16. Oktober 2010

Hintergrund zum Welternährungstag

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag statt – dieses Jahr bereits zum 30. Mal. Das Datum für den Welthungertag wurde bewusst gewählt und ist auf die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation „FAO“ zurückzuführen, welche am 16. Oktober 1945 gegründet wurde. Aufgabe der FAO ist es, die weltweite Ernährung sicherzustellen.

Neben zahlreichen offiziellen Kongressen zum Thema Welthunger und Ernährungssicherheit nutzen auch viele NGOs (Non-Governmental Organization) den Tag dazu, um über die aktuelle Situation der Welternährung und die nach wie vor weit verbreitete Problematik zahlreicher Hungersnöte aufmerksam zu machen.

Um der Problematik ein Gesicht zu geben und die breite Masse besser erreichen zu können, wurden in diesem Jahr die US-Schauspielerin Susan Sarandon, die kanadische Sängerin Céline Dion, der italienische Schauspieler Raoul Bova und die philippinische Sängerin Lea Salonga zu den neuen UNO- Botschaftern des guten Willens im Kampf gegen Hunger ernannt.

Situation der Welternährung im Jahr 2010

Milleniumziele: Die internationale Gemeinschaft hatte es zu einem ihrer Millenniumsziele erklärt, den Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung von 20 Prozent im Jahr 1992 auf zehn Prozent im Jahr 2015 zu reduzieren. Die Armut sollte halbiert und die Kindersterblichkeit um zwei Drittel verringert werden. Ferner sollten deutliche Fortschritte in der Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose erreicht werden. Die aktuelle Situation und der erst kürzlich vorgestellte Welthungerindex des Forschungsinstituts Ifpri , in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Concern Worldwide und der Welthungerhilfe, werfen jedoch ein anderes Bild und es scheint fast so, als seien die Ziele bis 2015 nicht zu erreichen.

„Land Grabbing“: Ein stetig wachsendes Problem sind großflächige Landkäufe durch ausländische Investoren. So wurden im Jahr 2009 beispielsweise zehn Mal so viel Land gekauft worden, als dies in den Jahren davor der Fall war. Insgesamt handelte es sich dabei um eine Größenordnung von über 45 Millionen Hektar Land, von welchen etwa Zwei Drittel auf den Afrikanischen Kontinent entfallen sind.

Entwicklung der Milleniumsziele zum Welthungertag 2010
Entwicklung der Milleniumsziele

Die Hilfsorganisation Oxfarm teilte in diesem Jahr mit, dass die Problematik erkannt wurde und es trotz starker Interessenverbände und Lobbyarbeit Fortschritte bei der Erarbeitung gemeinsamer Richtlinien für den Ankauf von Ländereien durch Investoren gegeben hätte.

«Das Problem ist erkannt, die Gefahr für die Menschen in armen Ländern aber noch nicht gebannt. Wir brauchen dringend Regeln, die den weltweiten Ausverkauf von Agrarland in die Schranken weisen – sonst wird der Hunger in den nächsten Jahren wieder zunehmen», warnte Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale.

Fazit: Der Welternährungstag 2010 steht somit ganz im Zeichen der vorangegangenen Aktionstage, da die Situation sich bedauerlicherweise nicht deutlich verbessert hat. Die Zahl der hungernden Menschen konnte in den letzten Jahren zwar leicht reduziert werden, dies kann sich aber schnell wieder ändern, wenn man die Tendenzen im „Land Grabbing“ und den immer geringeren Budgets für die Entwicklungshilfe mit einbezieht.

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