Deutsche Entwicklungshilfe sinkt

15. April 2010

Nach offizielen Angaben zufolge wird Deutschland die gesteckten Ziele für die Entwicklungspolitik nicht einhalten. Der Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) lässt erkennen, dass Deutschland vermutlich nur 0,4 Prozent des Bruttosozialprodukts (BSP) für die Entwicklungshilfe aufwenden wird. Das angestrebte Ziel der Deutschen Entwicklungshilfe – auf welches man sich auf internationaler Ebene geeinigt hatte – belief sich auf einen Anteil von 0,51 Prozent am BSP. Das Gesamtvolumen der Entwicklungshilfe in Deutschland beträgt somit ungefähr 8,33 Milliarden Euro und stellt einen Rückgang um zwölf Prozent dar. Ungeachtet der Zahlen ist Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel der Meinung, dass Deutschland zu seinem Ziel stehe, seine Entwicklungshilfe wie international vereinbart bis 2015 auf 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung zu steigern, „obwohl das eine große Herausforderung“ sei.

Der Rückgang der Entwicklungshilfe auf 0,4 Prozent des BSP hat auf internationaler Ebene zufolge, dass Deutschland im Vergleich weiter zurückfällt.

Die USA waren 2009 mit 28,7 Milliarden Dollar der größte Beitragszahler, gemessen an der Wirtschaftsleistung lag die USA jedoch mit einem Wert von 0,2 Prozent im unteren Viertel der Statistik. Schweden gab mit 1,12 Prozent seiner Wirtschaftskraft relativ gesehen am meisten für Entwicklungshilfe aus, gefolgt von Norwegen und Luxemburg. Neben Deutschland verringerten auch andere Euro-Staaten wie Italien, Irland und Österreich die Unterstützung.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Blick auf den Anteil der Exporte und Importe am Bruttosozialprodukt.

Ein Blick auf den Verlauf der beiden Kennzahlen zeigt auf, dass der Anteil der Exporte größer ist, als der Anteil der Importe am BSP. Ferner ist zu sehen, dass der Anteil der Importe in den letzten Jahren nicht mehr gestiegen ist, wohingegen der Anteil der Exporte weiterhin einen positiven Trend aufweist. Der Deutsche Exportüberschuss sorgt somit teilweise dafür, dass sich die Situation der Entwicklungsländer weiter verschlechtert, da diesen wichtige Devisen fehlen.

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