Biowein aus ökologischem Anbau in Deutschland

29. Mai 2011

Der Anbau und Absatz von “Wein aus Trauben aus ökologischem Anbau”, im Allgemeinen auch “Biowein” genannt, erfreut sich steigender Popularität. Beim ökologischen Weinbau wird sowohl auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel als auch auf Kunstdünger verzichtet, ebenso ist der Einsatz von Gentechnik bei der Traubenzüchtung verboten.

Biowein Anbaugebiet

Biowein Anbaugebiet

Künstliche Eingriffe in den Gärungsprozess, wie beispielsweise durch die Benutzung synthetisierter Hefe, die Anreicherung, Entsäuerung oder das Verwenden von Enzymen zur Filtration, sind jedoch noch nicht durch rechtliche Bestimmungen untersagt, da die betreffende EU-Rechtlinie (EG Verordnung 834/2007) bisher nur die ökologische Bewirtschaftung des Weinbergs abdeckt. Dadurch ist der gebräuchliche, den Eindruck der ganzheitlich ökologischen Weinerzeugung suggerierende Begriff “Bio-” oder “Ökowein” nicht korrekt. Der Verzicht auf Schadstoffe und Düngemittel am Weinberg hat zwar einen positiven Einfluss auf die sensorische Qualität des Weines, dies ist jedoch für den Menschen nicht spürbar, beispielsweise durch einen besseren Geschmack. Desweiteren ist der Schwefelgehalt des Weines im Schnitt um ein Drittel niedriger, weshalb körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Übelkeit bei übermäßigem Weinkonsum seltener auftreten. Dadurch kann Biowein auch für Allergiker besser geeignet sein.

In Deutschland wurden 2010 laut dem Deutschen Weininstitut (DIW) mit etwa 5000 Hektar ca. 5 Prozent der gesamten Rebfläche ökologisch bewirtschaftet, womit die Bundesrepublik prozentual nach Griechenland und Italien weltweit Platz 3 einnimmt. Dabei gibt es in allen traditionellen, deutschen Weinregionen Weingüter, die sich auf die ökologische Bewirtschaftung ihrer Rebflächen spezialisiert haben. Mit 60% stammt der überwiegende Teil der Bioweinproduktion aus der Pfalz und dem Moseltal, auch in Würtemberg und Franken wird in größerem Maße Biowein produziert.

Aufgrund der steigenden Nachfrage wird Biowein nicht mehr nur über ökologische Fachhändler, Biosupermärkte und über den klassischen Weg des Direktvertriebes am Weingut vertrieben, sondern verstärkt auch von konventionellen Supermärkten und Discountern geordert. Das Preisniveau bei Bioweinen liegt im Schnitt 10-15 Prozent über den konventionellen Weinen, wobei sich die Differenz aufgrund der zunehmenden ausländischen Konkurrenz, der Steigerung der einheimischen Produktion sowie insbesondere seitdem Einstieg der Discounter in den Markt der Bioweine sukzessive verringert. Allerdings ist wie auch bei konventionellen Weinen die Qualität der Bioweine sehr unterschiedlich und infolgedessen auch die finanzielle Spanne von preiswerter Massenproduktion bis hin zu edlen Spitzenweinen sehr groß.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, eine große Anzahl von Biowein über das Internet zu bestellen, zumal sich eine Vielzahl von Online-Weinhändlern auf Bioweine spezialisiert haben.

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