Bio Siegel Vergleich und Bedeutung

2. Juni 2011

Der Unübersichtlichkeit der Bio-Siegel liegt eine detaillierte Information zugrunde, die sich in der Ansicht vertiefend aufbaut. Neben dem EU-Logo und dem deutschen Bio-Siegel, die die Herkunft verraten, steht das Siegel vom Anbauverband, das die genauen Qualitäts-Richtlinien preisgibt. Der Kenner kann so bewusst wählen.

Die einzelnen Bio Siegel und ihre Bedeutung

Bio Siegel im Handel

Das EU-Bio-Logo, in der neuen Form als Blatt auf grünem Grund, ist seit dem 01. 07. 2010 verbindlich und entspricht im Wesentlichen den Kriterien des deutschen Logos. Es garantiert Mindeststandards an Qualität für Lebensmittel aus Europa. Einhaltung der Richtlinien wird kontrolliert, Missbrauch ist strafbar.

Das staatliche deutsche Bio-Logo, das grüne Sechseck, ist seit 2001 auf über 51.000 Produkten zu finden, welche der EU-Öko-Verornung entsprechen.
Das bedeutet, 95 % des Inhalts müssen ökologischem Anbau und artgerechter Tierhaltung entstammen. Prinzipiell sind chemische Hilfsmittel für Tier- und Pflanzenzucht, Bestrahlung und Gentechnik tabu. Allerdings kann in Versorgungsnotlagen bis zu 0,9 % des Futters aus konventionellem Anbau stammen oder auch genetisch verändert sein. Das Endprodukt darf bis zu 47 Zusatzstoffe enthalten, zu denen auch Pökelsalz zählt.

Das TransFair-Logo weist fairen Handel aus, beim BanaFair-Logo bezieht sich dies ausschließlich auf Bananen.

Das Neuform-Logo ist im Reformhaus zu finden. Es garantiert, dass die ökologischen Produkte frei von Gentechnik, radioaktiver Bestrahlung, synthetischen Zusatzstoffen und gehärteten Fetten sind.

Bio Siegel für den Anbau

  • Biologisch-organisch

Das Bioland-Logo zeichnet für den größten Anbauverband Deutschlands. “Bioland e. V.” existiert seit 1971. 5220 Biobauern, Metzger, Milchverarbeiter, Bäcker und Mühlen haben sich hier zusammengeschlossen.
Sie garantieren 100%ige Bio-Qualität durch Saatgut aus ökologischem Anbau, Tiere werden vom eigenen Hof gefüttert und ausschließlich naturheilkundlich behandelt. Der gesamte Betrieb muss den Richtlinien entsprechen. Der regionale Ansatz besagt unter anderem, dass Schlachthöfe in der Nähe genutzt werden.
Verboten sind chemische Hilfsmittel und Nitritpökelsalz.
Kontrolliert wird staatlich unabhängig.

Das Naturland-Logo signiert seit 1982 den “Verband für naturgemäßen Landbau e.V.”, kurz “Naturland”. Er arbeitet international nach den Bioland-Richtlinien.
Zu den über 46.000 Mitgliedern weltweit zählen auch Fischfarmen, Forstbetriebe, Imker, Brauer und Textilhersteller. Seit 2005 werden auch soziale Kriterien und faire Handelspartnerschaften (Fairtrade) gepflegt.
Das Institut für Marktökologie (IMO) mit Hauptsitz in der Schweiz kontrolliert die Qualität global.

Das Biokreis-Logo gehört zum bayrischen “Verband für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung Biokreis e. V.”. Hier sind auch Gärtner, Winzer und Imker aktiv.

Das Ecovin-Logo vom “Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.” bezeichnet Weine, Säfte, Trauben und Sekte aus ökologischem Weinbau. Man achtet hier auf widerstandsfähige Rebsorten und Artenvielfalt im Ökosystem Weinberg. Chemische Helfer wie Herbizide und Insektizide sind tabu.

  • Biologisch-dynamisch

Das Demeter-Logo vom ältesten Anbauverband Deutschlands, “Demeter-Bund e. V.“, zeigt seit 1924 die Einhaltung der strengen Richtlinien nach Rudolf Steiner an. International arbeiten 3.500 Betriebe so.
Tiere werden nicht nur artgerecht, sondern auch ihrem Wesen entsprechend gehalten. Alles, was verwendet wird, auch die Saat, muss dem eigenen Hof entspringen, der ausnahmslos anthroposophisch bearbeitet werden darf. Als Hilfsmittel sind ausschließlich Naturpräparate biologisch-dynamischer Herkunft erlaubt.
Jedwede künstlichen Mittel, auch in der Weiterverarbeitung, sind verboten.

Das Gäa-Logo bezeichnet die “Gäa Vereinigung ökologischer Landbau e. V.”, die 1988 als Arbeitsgemeinschaft in der DDR gegründet wurde.
Hier sind 580 Mitglieder sowohl biologisch-dynamisch als auch –organisch tätig.

Das Biopark-Logo ist eine eingetragene, geschützte Marke und bezeichnet den 1991 in Mecklenburg-Vorpommern gegründeten “Biopark e.V.”, der mit circa 700 Betrieben in Norddeutschland tätig ist.
Zur ökologischen Fleischerzeugung gehört tierartgerechte Haltung. Der Boden wird durch Leguminosenanbau und Fruchtfolgen gesund erhalten.
Chemische und gentechnische Hilfsmittel sind Tabu.

Bio Siegel für die Tierhaltung

  • Das Ecoland-Logo findet sich regional in Hohenlohe und bezeichnet artgerechte Tierhaltung.
  • Das Neuland-Logo verweist auf robusten Rassen auf ausreichend Auslauffläche. Die Gabe von Anabolika ist zwar verboten, es wird aber konventionell gefüttert.
  • Das MSC-Logo vom “Marine Stewardship Council”, ist auf Fisch und Meeresprodukten zu finden, wird jedoch von Greenpeace kritisiert.

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Eduard Januar 15, 2012 um 21:26

Welche Qualität hat das “Biofarm” Siegel was im Rewe auf dem biofleisch abgebildet ist? Danke für eure Recherche und Hilfe.

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